Internet, Telefon und Post

Indien ist bekannt für seine IT-Industrie, kenntnisreichen Softwareingenieure und Programmierer. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von über einer Milliarde Menschen hat jedoch nur ein geringer Teil der Bevölkerung – weniger als 10% – Zugang zum Netz. Die Nutzung von Computern konzentriert sich auf die Städte aber steigt hier in rasanter Geschwindigkeit.   Inzwischen belegt Indien im weltweiten Ranking mit 81 Millionen Nutzern bereits den  4. Platz. Was den Mobilfunk betrifft, ist in Indien sogar international führend. Mehr als 600 Millionen Menschen sind über Handy erreichbar.

Internet-Cafés gibt es in allen indischen Städten und selbst in vielen Dörfern, sie sind so zahlreich, dass man nicht lange zu suchen braucht. Bedingt durch die jüngsten Terroranschläge gelten jedoch strenge Sicherheitsbestimmungen. Sie müssen sich ausweisen, wenn Sie ein Internet-Café betreten wollen und Ihre ID-Nummer angeben. Vergessen Sie also Ihren Pass nicht! Für eine Stunde müssen Sie zwischen 20 und 30 Cent zahlen.

Fast 40% aller Internetnutzer in Indien sind auf  Internet-Cafés angewiesen. Einen Direktanschluss über Kabel besitzt  nur eine Minderheit. Internetfähige Smart Phones bilden für viele eine gute Alternative.

Internetcafe mit Telefon

Innertcafe innen

Wifi Hotspots sind in Indien in erster Linie an Flughäfen zu finden. Eine Liste von Hotspots finden Sie auf folgender Website:  http://www.wi-fihotspotlist.com/browse/intl/2000044/

Mobiles Internet mit Hilfe von Datacards oder USB-Sticks wird inzwischen von vielen Providern angeboten wie Reliance, Tata, Airtel, BSNL. Die Geschwindigkeit ist annehmbar und erlaubt auch die Nutzung von Skype oder YouTube. Reliance etwa bietet zudem eine gute Flächenabdeckung, so dass Sie von allen größeren und den meisten kleineren Orten in Indien den mobilen Internetdienst nutzen können.

Es werden von den Providern Prepaid und Postpaid-Pläne angeboten. In jedem Fall benötigen Sie eine feste Adresse in Indien, um sich anzumelden. Touristen, die sich nur kurz an einem Ort aufhalten, können deshalb diese Dienste nicht nutzen. Die Kosten für einen 2GB Prepaid Plan liegen etwa bei 20 Euro. Datacard/USB-Stick  müssen extra gekauft werden, was etwa mit 50 Euro zu Buche schlägt.

Öffentliche Telefone

Öffentliche Telefone finden sich an fast jeder Straßenecke, viele Shops haben kleine rote Münzapparate, mit denen man innerhalb Indiens telefonieren kann. Für internationale Gespräche müssen sich Sie nach einem gelben Schild mit dem Kürzel  STD-ISD umschauen. Solche Telefonzellen gibt es reichlich und sie funktionieren problemlos. Billiger geht es noch über sogenannte Net-Phone-Anbieter, die man meist in Internetcafés findet. Hier kann man für wenige Rupeen pro Minute nach Europa anrufen.

Die günstigste Variante ist natürlich, gleich  Skype über den Computer zu benutzen.

Indische Telefonzelle

Deutsches Handy

In der Regel wird Ihr deutsches Handy auch in Indien funktionieren, da die meisten Anbieter Roaming-Verträge  mit indischen Providern haben. Allerdings sind die Gesprächskosten horrende, Sie müssen mit einigen Euros pro Minute rechnen. Die genauen Tarife können Sie ihrem Handy-Vertrag entnehmen. Für Notfälle macht es aber Sinn, das deutsche Handy bei sich zu tragen.

Indisches Handy

Die Zahl der registrierten indischen Handys (hier „Mobiles“ genannt) liegt inzwischen bei über 600 Millionen. Handys sind für wenig Geld zu haben, für unter 20 Euro, gebraucht noch billiger, und auch die Gesprächsgebühren sind so moderat, dass selbst die ärmere Bevölkerung sich ein Mobiltelefon leisten kann. In den ländlichen Regionen bemüht man sich kaum noch um den Ausbau des Festnetzes, da ein Mobilfunknetz natürlich viel einfacher uns kostengünstiger aufzubauen ist. Die Netzabdeckung ist im allgemeinen gut, aber es gibt, besonders wenn man auf Reisen ist, immer wieder Gegenden, wo kein Empfang möglich ist.

Mit einem indischen Handy kann man auch verhältnismäßig günstig nach Deutschland telefonieren, die Verbindungen sind im allgemeinen klar und ohne Störungen. Wie beim Mobilen Internet gibt es auch für Handys Prepaid und Postpaid-Pläne. Bei den Prepaid-Plänen bezahlt man vorher und erwirbt ein Gesprächsguthaben. Prepaid Vouchers sind für registrierte Handys an fast jeder Straßenecke zu kaufen, viele Shops haben sie in ihrem Angebot.

Aber natürlich muss man erst einmal eine SIM-Karte von einem der Mobilfunkanbieter erwerben. Die größten Anbieter sind Reliance, Airtel, Idea, Vodafone, Hutch, Tata, BSNL. Reliance und Airtel haben eine besonders gute Flächenabdeckung. Eine solche SIM-Karte können Sie auch auf Ihrem deutschen Handy verwenden, sofern es kein Sim-Lock oder Provider-Lock besitzt. Für den Erwerb einer SIM-Karte müssen Sie eine feste indische Adresse vorweisen, die auch nachgeprüft wird. Für Touristen kommt eine indische Handynummer nur in Frage, wenn man sich für einige Monate fest an einem Ort  einquartiert (ein Touristenvisum ist ja immerhin 6 Monate gültig). Hat man erst einmal eine SIM-Karte, kann man günstig ins In- und Ausland telefonieren.

Von Deutschland nach Indien anrufen

Über Call-by-Call-Anbieter kann man extrem günstig (etwa 2,8 Cent pro Minute) vom deutschen Festnetz aus nach Indien anrufen. Auf der Webpage von TelTariffinden Sie die günstigsten Tarife und Vorwahlnummern. Die Gesprächsqualität ist in der Regel gut, und wenn einmal nicht, nehmen Sie einfach die Nummer des nächsten Anbieters.

Post

Die Post in Indien hat nicht den besten Ruf. Besonders bei Paketsendungen aus dem Ausland nach Indien gibt es Probleme, da es immer wieder vorkommt, dass Pakete vom Zoll geöffnet und geplündert werden. Der Briefverkehr funktioniert besser. Briefe oder Postkarten von oder nach Indien sind etwa 5-7 Tage unterwegs und kommen fast immer an. Ein Brief nach Deutschland kostet umgerechnet etwa 90 Cent, eine Postkarte nur ganze 10 Cent.

Sie können mit der indischen Post auch Einschreiben (Registered letter) versenden und Geldüberweisungen innerhalb Indiens vornehmen.

Briefkasten

 

Kurierdienste

Ein großer Teil des Brief- und Paketverkehrs in Indien läuft heutzutage über Kurierdienste. Sie bieten den sichersten und schnellsten Service mit Tracking Facility, sind allerdings auch wesentlich teuerer als die reguläre Post. Für Sendungen innerhalb Punes zahlt man etwa 30 Cent, für andere Orte in Indien 1 Euro. Richtig teuer kommen Sendungen ins Ausland. Wenn Sie einen Din-A-Umschalg mit Unterlagen nach Deutschland senden, müssen Sie mit Kosten von etwa 20 Euro rechnen. Zu den größten Anbietern in Indien gehört auch DHL, ein Ableger der Deutschen Post. Etwas billiger ist DTDC.

Kurierannahmestelle