Ernährung

Traditionelle Küche

Die indische Küche hat ihre regionalen Besonderheiten. Jeder Bundesstaat kennt seine eigenen Spezialitäten. Allgemein ist die indische Küche berühmt durch ihre Vielfalt, den legendären Reichtum an Gewürzen und den hohen Stellenwert vegetarischer Kost. Traditionell ernähren sich die Hindus, die über 80% der Bevölkerung ausmachen, vegetarisch. Auch wenn das heute nicht mehr alle so genau nehmen, bildet Fleisch doch eher eine Ausnahme auf dem Speisezettel. Rindfleisch ist tabu, denn Kühe werden in Indien als heilig verehrt. Schweine gelten wiederum als unrein, bei den Hindus und ganz besonders bei den Muslimen. Das Fleisch der Wahl ist  allgemein das Huhn. Vegetarische Gerichte stehen aber im Vordergrund. Etwa die Hälfte der Hindus sind strikte Vegetarier.

Reis, Fladenbrot, Linsensuppe (Dal) fehlen bei keinem Mittagsmahl. Dazu gibt es verschiede Gemüse, oft in einer Teighülle frittiert (Pakoda). Populär ist auch Paneer, eine Art Hüttenkäse. Die Gerichte sind gut gewürzt, für viele Westler zu scharf. Typische Ingredienzen sind Pfeffer, Kardamom, Chilli, Kumin, Nelken, Lorbeerblätter, Koriander, Gelbwurz, Ginger, Knoblauch, Curry-Blätter, schwarzer Senf.

Indische Gewürze

Obststand

Gemüseverkauf

Zuckerrohrsaftpresse und Kokusnüsse

Indisches Essen - Thali

Lebensmittelgeschäft

Restaurants

Die meisten Restaurants bieten vegetarische Küche. Wo es Fleisch gibt, steht dies groß dran:  ”Non-Vegetarian Restaurant”. Lassen Sie sich ein gutes Restaurants empfehlen, das Ihren Hygienestandards entspricht, oder werfen Sie einmal einen Blick in die Küche. Fehlende Sauberkeit ist oft ein großes Problem.

Viele Restaurants bieten traditionelle indische Küche, Chinese und Continental Food. Chinese ist in Indien sehr populär aber ist nicht wirklich chinesisch, sondern vielmehr eine indische Adaption von chinesischen Nudelgerichten. Continental Food empfiehlt sich für Europäer, die das kräftig gewürzte indische Essen nicht vertragen. Hier findet man Buttergemüse und Pommes Frites (die in Indien French Fries heißen).

Hier eine kleine Lesehilfe der indischen Speisekarte: Roti/Naan = Fladenbrot, Paneer= Art Hüttenkäse, Palak=Spinat, Alu=Kartoffel, Bindi=Okra, Muttar=Erbsen, Dosa= Teigrolle mit Kartoffelfüllung

Getränke

Normale Restaurants dürfen keinen Alkohol ausschenken. Den gibt es nur in großen Hotelrestaurants und sogenannten “Permit Rooms”. Lassen Sie sich Getränke vorzugsweise in der Flasche mit einem Strohhalm servieren. Oft werden Gläser nur unzureichend abgewaschen oder es befinden sich noch Spülwasserreste im Glas.

Besonders populär ist in Indien “Lassi”, ein Yoghurt- oder Buttermilch-Getränk oft gemixt mit Früchten, wie z.B. Mangos. Besonders erfrischen ist Nimbu-Pani, Soda mit ausgepresstem Limonensaft. Generell ist jedoch bei Säften Vorsicht geboten. Die Früchte und besonders auch Fruchtpressen werden oft nur unzureichend gereinigt, so dass man sich hier sehr leicht eine Magen-Darm-Infektion zuziehen kann.

Gefährlicher noch ist Sugar Cane Juice. Der auspresste Zuckerrohrsaft, der mit Limonensaft und Eiswürfel gemischt wird, ist ein großartiges Geschmackserlebnis, für das man allerdings unter Umständen einen hohen Preis zahlen muss. Denn die Zuckerrohrpressen sind eine Brutstätte für Bakterien und das verwendete Eis wird meist aus Leitungswasser in Kühlhäusern unter unhygienischen Bedingungen hergestellt und transportiert. Die Gefahr sich den Magen zu verderben oder sich gar eine Gelbsucht zuzuziehen ist hoch! Also unbedingt vermeiden!

Frische Kokosnußmilch können Sie unbedenklich genießen. Kokosnüsse werden überall angeboten und vor Ihren Augen mit einem Messer geöffnet. Den Saft trinkt man mit einem Strohhalm.

Essgewohnheiten

Traditionell wird in Indien mit den Fingern gegessen, aber heutzutage ist die Benutzung von Besteck allgemein verbreitet. Wenn man mit den Fingern isst, dann nur mit der rechten Hand. Die linke Hand gilt in Indien als unrein, sie wird zum Reinigen bei den Toilettengängen benutzt. Berühren Sie also niemals mit der Pfuihand das Essen! Linkshänder werden in Indien Anstoß erregen.

Meistens isst man in Indien von einem Thali, das ist ein großer meist runder Metallteller mit einem hohen Rand, eigentlich sehr praktisch und so gut wie unzerstörbar. Traditionell nimmt man auch Bananenblätter, besonders in Südindien, auf denen das Essen serviert wird. Die benutzen Blätter werden dann anschließend an die Kühe verfüttert – kein Abwasch und keine Wasserverschwendung! Eine Superlösung!

 

Selber kochen

Wenn Sie in Pune wohnen und sich selbst versorgen wollen, können Sie sich Ihren Speisezettel selber zusammenstellen. Es gibt eine große Auswahl an Gemüsesorten und Obst. Schwer zu finden sind allerdings Zucchini und Chikoree, das hier in Indien unbekannt ist. Das Angebot von Obst ist jahreszeitlich abhängig. Weintrauben, Melonen gibt es im Februar und März, Mangos von Mai bis Juli, Papayas, Kokosnüsse und Bananen sind  das ganze Jahr erhältlich. Äpfel werden zum großen Teil importiert.

In einigen Shops kann man auch importierte Lebensmittel wie Oliven, Olivenöl, italienische Spaghetti, eingelegte Gurken, Wurst und vieles mehr kaufen. Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt, man muss nur wissen wo.

Viele Inder aus der Mittelschicht lassen sich bekochen. Eine Köchin kostet im Monat nicht mehr als 50 Euro. Es ist aber nicht immer einfach, eine geeignete Person zu finden, besonders als Ausländer, wenn man der Landessprache nicht mächtig ist. Kommunikationsprobleme sind dann unvermeidlich.

Gekocht wird in Indien mit Gas, in den ärmeren Schichten sind Kerosinkocher üblich. Elektroherde sind praktisch unbekannt. Da es auch in Pune regelmäßig zu Stromausfällen kommt, ist das durchaus als Vorteil zu werten, so ist man unabhängig von der Stromversorgung. Jeder Haushalt verfügt über einen Gaszylinder, der an einem Gaskocher angeschlossen ist. Eine Zylinderfüllung reicht im Schnitt für zwei Monate, wenn man regelmäßig kocht. Dann muss der Zylinder ausgetauscht werden, was etwa 5 Euro kostet. Für den Erhalt von Haushaltszylindern müssen Sie sich bei den einen der großen Gasversorgern in Ihrer Umgebung registrieren  wie z.B. Bharatgas