Kultur, Feste und Spiritualität

Pune wird oft als die kulturelle Hauptstadt Maharashtras bezeichnet. Die Vielzahl der Bildungseinrichtungen, Akademien, die lange Geschichte der Stadt sowie ihr internationales Flair bilden den idealen Nährboden für ein reges kulturelles Leben.

Eine der populärsten Veranstaltungen, die Besucher aus ganz Indien und viele internationale Gäste anzieht, ist das Sawai Gandharva Music Festival. Jedes Jahr im Dezember kommen die besten Musiker indischer klassischer Musik (Hindustani und Carnatic) zusammen, um während dreier aufeinanderfolgender Tage, das Publikum mit ihrem Gesang und  Instrumenten zu verzaubern.

Klassischen indischen Tanz kann bei einem anderen berühmten Event bewundern, dem Shaniwarwada Dance Festival, das zumeist im Januar vor der historischen Kulisse des Shanivarda Forts abgehalten wird.

Auch die Filmfestivals des in Pune beheimateten Film and Television Institute of India erfreuen sich großer Beliebtheit.

Es gibt auch jede Menge kleinerer Veranstaltungen. Hier hilft ein Blick in die Tageszeitung. Auch moderne Musik und Kunst wird geboten.

Divali und Ganesh Festival

Kurz vor Divali im Monat November, dem größten Fest Indiens, bei dem der Sieg des Lichts über die Finsternis gefeiert wird, findet das Ganesh Festival statt. Ganesh, auch Ganapati genannt, der Gott in Elefantengestalt, ist die bei weitem die populärste Gottheit in Pune. An jeder Ecke finden sich ihm geweihte Tempel und in kaum einem Haushalt fehlt ein glückverheißendes Ganapati-Bildnis. Jedes Jahr im August/September wird ein zehntägiges rauschendes Fest zu Ehren Ganeshas gefeiert. Auf allen Straßen gibt es Festzelte mit Ganesha-Statuen, laute Musik und Tanz. Das Festival gipfelt in einer Prozession, bei der die Ganesha-Statuen auf Festwagen zum Mutha Mula River gefahren und dort im Fluss versenkt werden – die Form wird dem Formlosen zurückgegeben, um im nächsten Jahr in neuen Bildnissen wieder aufzuerstehen.
Spiritualität

Indien ist die Heimat vieler großer und kleiner Religionen. Insgesamt gibt es etwa 80,5 % Hindus, 13,4 % Moslems (hauptsächlich Sunniten), 2,3 % Christen, 1,9 % Sikhs, 0,8 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,6 % andere: (zum Beispiel Adivasi, Bahai, Parsen) (Quelle: Census of India 2001)

Der Hinduismus ist mit seinen etwa 900 Millionen Anhängern die beherrschende Religion des Subkontinents, ohne aber eine übergreifende Organisation zu besitzen. Der Hinduismus kennt eine Vielzahl verschiedener Schulen, philosophischer Konzepte und   eine fast unüberschaubare Vielfalt von Göttern.
Die Religion durchdringt das Leben in Indien in mannigfaltiger Weise, nicht nur in Form von Festen. Tempel und Orte der Andacht finden sich an jeder Straßenecke, und ein Hausaltar fehlt in keinem Büro oder Geschäft.

Aus den nahe Pune gelegenen Dörfern Alandi und Dehu stammen zwei der berühmtesten Heilgen Indiens,  Dnyaneshwar (http://en.wikipedia.org/wiki/Dnyaneshwar) aus dem 13 Jhd. und Tukaram (http://en.wikipedia.org/wiki/Tukaram), der im 17.Jhd lebte. Beide waren auch große Dichter, die die Marathi-Literatur geprägt haben. Auch heute noch ziehen jedes Jahr zehntausende von Gläubigen in einer mehrtätigen Wallfahrt mit Reliquien der beiden Heiligen ins 300 km entfernte Pandrapur zu einem berühmten Krishna Tempel.

Pune besitzt unzählige Tempel und Ashrams. Schöne Tempel findet man oben auf dem Parvati Hill. Auch vom Chaturshringi Temple hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt.
Zu Füßen des Parvati Hill liegt der Ramakrishna (http://en.wikipedia.org/wiki/Ramakrishna) Ashram, in dem es täglich in den Abendstunden ein öffentliches Bhajan-Programm gibt,
Mit jährlich tausenden von Besuchern gehört das Osho International Meditation Resort in Pune zu den populärsten Ashrams Indiens aber auch zu den kontroversesten. Der Gründer Osho, auch als Bhagwan Shree Rajneesh bekannt (http://en.wikipedia.org/wiki/Osho_%28Bhagwan_Shree_Rajneesh%29)  machte in den siebzigern und achtziger Jahren auch im Westen viel von sich reden als tausende seiner tanzenden Jünger nach Pune pilgerten.  Heute hat der Besucherstrom nachgelassen, besonders nach dem Anschlag auf die nahe gelegene German Bakery. Gelegenheitsbesucher erhalten nun aus Sicherheitsgründen auch keine Erlaubnis mehr, den Ashram zu besichtigen. Früher war dies möglich, aber auch nur nach Vorlage eines Aids-Testes, den man auch gleich vor Ort durchführen lassen konnte.

Internationales Ansehen besitzt das Iyengar Yoga Institut in Pune, das von dem legendären inzwischen über neunzigjährigen Hatha-Yogameister  B. K. S. Iyengar gegründet wurde. Seine Bücher wurden in über 18 Sprachen übersetzt und gelten als Klassiker des Hatha Yoga. Die Lehrerausbildungskurse, die in seinem Institut in Model Colony stattfinden, ziehen jährlich hunderte Yoga-Begeisterte aus aller Welt an.

In der selben Straße wie das Iyengar Yoga Institut liegt das Hari Krishna Mandir (http://www.harikrishnamandirindiraniloy.com/) , wo es in den Abendstunden täglich ein Bhajan-Programm gibt.